Warum dieses Buch?

Vorwort
„Nein ich verkaufe keine Kinderpornografie “ – Von der Stigmatisierung als Erotik-Webmaster

Als ich vor wenigen Jahren einen Antrag bei meiner Hausbank stellte, mir meine Hypothek zu verlängern, die ich seit zehn Jahren immer pünktlich abbezahlte, erlebte ich eine unerwartete Überraschung. Monatelang wurde mein Antrag geprüft, ohne dass ich eine Antwort von der Bank bekam. Nach mehrmaligem Nachfragen wurde ich endlich zu einem Gespräch eingeladen. Dort teilte man mir mit, dass mein Antrag abgelehnt worden sei. Auf hartnäckiges Nachhaken meinerseits, mir doch bitte eine Begründung dafür zu geben, stammelte mein damaliger Bankberater verlegen, Internet-Recherchen hätten ergeben, dass ich im Erotiksektor tätig sei, und das sehe die Bank nun einmal nicht gerne. Die Bank wolle keine Geschäfte mit Personen oder Firmen machen, die „negativ vorbelastet“ sein könnten. Es tue ihm wirklich leid, aber er könne nichts weiter für mich tun. Verärgert verließ ich die Bankfiliale. „Negativ vorbelastet“? Hatte ich das richtig gehört? Die Bank, die seit Jahren regelmäßig in den Schlagzeilen ist, weil sie sich mit Rohstoff- und Agrarfonds an Nahrungsmittelspekulationen beteiligt, Streubomben-Hersteller finanziert und beim Verbriefen riskanter Hypotheken betrogen haben soll, will mir keine Kredite geben, weil ich ein Adult-Webmaster bin und in der Erotik-Branche tätig? Mir fehlten die Worte. Niemals wurde mir bewusster vor Augen geführt, welch übles Image die Erotik-Branche in unserer heute doch eigentlich so „aufgeklärten“ Gesellschaft hat. Dabei stieß ich durch meinen Beruf als Erotik-Webmaster nicht nur im geschäftlichen und finanziellen Bereich auf Hürden, sondern hatte auch Probleme, neue Bekanntschaften zu schließen. Sobald ich erwähnte, in welchem Bereich ich tätig war, merkte ich wie sich die Leute fast schon angewidert von mir abwandten – ähnlich einem Metzger im Gespräch mit dem Vegetarier.

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Dabei lieben die Deutschen Pornos: Laut einer Studie der Deutschen Gesellschaft für Sozialwissenschaftliche Sexualforschung (DGSS) konsumiert ein Drittel der deutschen Männer und acht Prozent der Frauen sogar täglich entsprechende Inhalte. Experten schätzen den Gesamtumsatz auf dem deutschen Erotik- und Pornomarkt auf 1,9 Milliarden Euro jährlich. Weit mehr als die Hälfte entfällt dabei auf Online-Erotik-Angebote, Telefonsex und Videos. Für Reizwäsche, Verhütungsmittel, Magazine und Aphrodisiaka geben die Deutsche dagegen nur rund 79 Millionen Euro aus. 21,4 Millionen deutsche Internetnutzer surfen täglich auf erotischen Seiten, wie ich sie betreut habe und zum Teil auch selbst zur Verfügung stellte. Und obwohl so viele Menschen regelmäßig auf Pornoseiten unterwegs sind, sich Bilder und Filmchen ansehen, herrschen bis heute zahlreiche Vorurteile und Mythen um das Erotik- und Porno-Geschäft im Internet: Jungfräuliche Mädchen würden vor der Kamera zu Sex gezwungen, die Pornobranche sorge dafür, dass sich Aids weiter ausbreite, mehr Frauen vergewaltigt würden und und und…

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Diese Vorurteile begleiten mich Tag für Tag. Dass Erotikangebote im Internet aber auch Lust und Freude spenden, ungelebte Fantasien erfüllen und Bedürfnisse stillen können, wird dabei übersehen. Die Online-Erotikbranche hat seit jeher ein schmutziges und schmuddeliges Image. Seitenbetreiber wie ich werden skeptisch begutachtet und sicher auch zu der ein oder anderen Party nicht eingeladen. Als Zugehöriger dieses „Business“ wird man oft angegriffen und unterschätzt. Umso mehr schätze ich Ihr Interesse am vorliegenden Buch.

Sie erfahren aus erster Hand, wie die Branche tickt. Ich werde Sie hinter die Kulissen führen, Erwartbares aber wohl auch Überraschendes erzählen. Ich nehme Sie mit auf eine Reise in die Grauzone „Erotik“: eine Branche, in der jährlich Milliardenumsätze allein in Deutschland gemacht werden, die jedoch in der Öffentlichkeit und in den Medien kaum einen Platz findet, es sei denn sie liefert einen Skandal. Neu wird Ihnen sicher die ein oder andere Sichtweise sein: Etwa von Angestellten aus der Branche, die sich selbst manchmal als Sozialarbeiterinnen fühlen, ihre Arbeit als eine „Dienst an der Gesellschaft“sehen. Sie lernen Camgirls kennen, die ihren Job lieben und sich gar nicht vorstellen können, jemals etwas zu machen. Aber natürlich werden Sie während der Lektüre auch gescheiterten Existenzen begegnen, die ihren Ruin oder sogar Tod in der Erotikbranche fanden.

Es gibt wie in allen anderen Branchen auch, unter den Betreibern und Anbietern von Erotikseiten Betrüger, Abzocker und schwarze Schafe. Ich will die Branche keinesfalls in Schutz nehmen, oder ihr zur weißen Weste verhelfen. Vielmehr will ich einen Einblick gewähren in einen sonst von der Öffentlichkeit abgeschotteten Bereich, welcher unsere Sexualität und unseren Alltag doch so stark beeinflusst

Als einer der ersten deutschsprachigen Erotikseiten-Betreiber werde ich Sie mit humorvollen und traurigen, immer jedoch wahren Geschichten aus der Branche unterhalten. Natürlich ist meine Sichtweise auf die Erotik- und Pornobranche eine subjektive. Ich bin so sehr Teil von ihr, dass ich keinen Blick mehr aus der Vogelperspektive darauf werfen kann. 16 Jahre lang – von der Geburtsstunde des Internets bis heute – habe ich alle Aufs und Abs miterlebt.

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Ich kenne die Szene wie meine Westentasche, bin persönlich bekannt mit den großen Köpfen, Erotikseitenbetreiber, Camgirls, Pornoproduzenten und Vertrieblern. Ich weiß, mit welchen legalen oder auch illegalen Tricks wer wie sein Geld verdient, oder – wenn er bereits zu den Aussteigern gehört – verdient hat. Das Buch soll aber keine Abrechnung mit der Branche werden, ganz im Gegenteil: Ich möchte Ihnen mit ungewöhnlichen Geschichten und Interviews einen Blick hinter die Kulissen gewähren, Sie überraschen, nachdenklich werden lassen und vielleicht an manchen Stellen auch zum Lachen bringen.

Viel Spaß beim lesen meines eBooks – natürlich jugendfrei.
Ihr

Andreas Doehring
Andreas Doehring
 
Social Media Relations e.K. - Ihr Berater für Webdesign, Online Marketing, Webshops, Social Media, Conversion Optimierung, Google AdWords Qualified Individual Spezialist
 

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